Riffelscharte und Südliche Riffelspitze – durchs Höllental zum Eibsee

Wanderung auf die Südliche Riffelspitze (2263m) – ohne Gipfelkreuz, aber umso mehr Aussicht.

Heute sollte es mal wieder ins Zugspitzgebiet gehen, und zwar über die Riffelscharte zur Südlichen Riffelspitze. Wir waren eine 4er-Gruppe und zum ersten Mal in dieser Kombination unterwegs. Eigentlich wollten wir um 07:00 Uhr in München starten, aber durch eine Autopanne verzögerte sich unsere Abfahrt um knapp 45 Minuten. Das Ziel Hammersbach erreichten wir über die Garmischer Autobahn nach knapp über einer Stunde. Es war unverhältnismäßig wenig los am heutigen Samstag zu Beginn der Pfingstferien. Das Wetter sah super aus und es versprach ein sonniger Wandertag zu werden.

Hammersbacher Hütt´n
Die Hammersbacher Hütt´n am Einstieg der Tour.

Wir machten uns um neun Uhr auf den Weg vom Parkplatz zur Höllentalklamm. Der Pfad zur Höllentaleingangshütte führt zuerst durch Wald mit angenehmer Steigung, wird weiter oben teilweise steiler. Je näher man der Eingangshütte kommt desto mehr lichtet sich der Wald und bald kann man das Haus sehen. Dort gibt es die Möglichkeit eine Kleinigkeit zu essen oder zu trinken.

Die Höllentaleingangshütte am Eingang der Höllentalklamm
Die Höllentaleingangshütte am Eingang der Höllentalklamm

Nach dem Bezahlen des Eintrittsgeldes betritt man die Höllentalklamm. Der in den Fels gehauene Weg ist schon für sich gesehen sehr beeindruckend – immer wieder läuft man durch Tunnel. An die offenen Stellen bekommt man die Möglichkeit die hinab stürzenden Wassermassen zu bestaunen. In der Klamm lohnt es sich eine wasserfeste Jacke zu tragen und den Rucksack wasserdicht zu verpacken (vor allem das Deckelfach), da überall an den steilen Fels(über-)hängen Wasser herunter tropft. Mehrfach überquert man den Fluss auf schmalen Brücken und im Bereich der hinteren Klamm hat man gute Chancen Altschnee in der Klamm zu sehen. In unserem Fall war noch reichlich Schnee vorhanden.

Noch ordentlich Schnee in der Höllentalklamm am Eingang zur hinteren Klamm.
Noch ordentlich Schnee in der Höllentalklamm am Eingang zur hinteren Klamm.

Am Ausgang wird es deutlich heller und der Fels öffnet sich in Richtung der Zugspitze. Um halb elf erreichten wir die Höllentalangerhütte. Wir hatten Glück, denn hier war heute noch nicht so viel los. Also legten wir eine Rast ein, tranken einen Kaffee und sondierten die Lage. Der Weg zum Osterfelderkopf war gesperrt, somit gab es nur noch zwei Optionen: den Großen Waxenstein oder die Riffelscharte. Wir unterhielten uns ein bisschen mit einem der Angestellten der Hütte und beschlossen uns zumindest den Einstieg zum Großen Waxenstein anzusehen. Um zehn nach elf brachen wir auf und stiegen in die Flanke des Waxensteins ein. Bis zur Einfassung der Quelle schafften wir es relativ problemlos, kehrten aber um und befanden uns um 11:30 Uhr wieder auf dem regulären Weg Richtung Höllentalferner und Riffelscharte. Der Weg dorthin ist absolut unkompliziert und war heute komplett schneefrei. Gegen Mittag erreichten wir die Abzweigung nach rechts zur Riffelscharte – nach links führt der Weg auf die Zugspitze über den Leitersteig.

Nach rechts geht es zur Riffelscharte, nach links zur Zugspitze.
Nach rechts geht es zur Riffelscharte, nach links zur Zugspitze.

Auf diesem Weg lag noch viel Schnee. Wir stiegen den felsigen Weg zur Riffelscharte und zur Südlichen Riffelspitze hinauf. Auf dem teilweise drahtverseilten Teil des Anstiegs kamen wir flott voran und erreichten nach dreißig Minuten ein großes Schneefeld. Dieses mussten wir der Länge nach durchqueren. Ich persönlich mag das Aufsteigen im Schnee sehr gerne, da das meist den Weg verkürzt und mir Spaß macht. Wir vier schafften den Weg nach oben ohne größere Probleme und erreichten um halb zwei die Riffelscharte. Von hier oben hat man einen sehr guten Ausblick ins Höllental und auf den kompletten Zugspitzzug. Auf der anderen Seite erblickt man den Eibsee und ein atemberaubendes Panorama. Die Scharte befindet sich zwischen der Südlichen Riffelspitze und dem Riffeltorkopf. Wer auf diesem hochgelegenen Plateau keine Pause macht um ein paar Sonnenstrahlen und diesen super Ausblick einzusaugen verpasst wirklich was.

Wunderschöner Ausblick von der Riffelscharte.
Wunderschöner Ausblick von der Riffelscharte.

Doch das musste noch kurz warten: unser heutiges Gipfelziel, die Südliche Riffelspitze, musste noch erklommen werden. Der Anstieg ist zwar unmarkiert, aber einige Steinmännchen weisen den Weg. Über Fels uns lockeres Geröll geht es schnell nach oben. Wir erreichten nach etwas mehr als zehn Minuten die Spitze des Berges – leider gibt es dort kein Gipfelkreuz, dennoch gab es den obligatorischen Gipfelschnaps. Wenn man nicht glaubt eine besser Aussicht als auf der Riffelscharte zu bekommen liegt falsch: Hier oben ist der Ausblick noch besser! Bei klarer Sicht erkennt man gut das große Gipfelkreuz des Großen Waxenstein im Norden.

Von der Südlichen Riffelspitze erkennt man das Gipfelkreuz auf dem Großen Waxenstein.
Von der Südlichen Riffelspitze erkennt man das Gipfelkreuz auf dem Großen Waxenstein.

Auf dem gleichen Weg stiegen wir wieder zur Scharte hinab und legten dort auf der windgeschützten Seite Richtung Eibsee eine ausgiebige Pause ein. Wir lagen auf der Wiese und verspeisten genüsslich unser mitgebrachtes Proviant. Um halb drei machten wir uns (leider) an den Abstieg Richtung Eibsee. Der Weg nach unten ist auf dem ersten Stück komplett drahtseilversichert. Man sollte trittsicher und schwindelfrei sein wenn man diesen Abstieg wählt. Nach den Drahtseilen betraten wir ein steiles Schneefeld, welches wir für den Abstieg wählten. Da man durch Schnee und Geröll schnell absteigen kann, wählten wir die Stütze der Gondel als Ziel und bahnten uns einen direkten Weg ins Tal.

Auf dem Abstieg durch Geröll und Schnee zur Neuneralm.
Auf dem Abstieg durch Geröll und Schnee zur Neuneralm.

Wir gingen, bzw. rutschten sehr schnell nach unten – das hat richtig Spaß gemacht. Am Ende der Geröllfeldes erreichten wir zuerst niedrige Latschen und dann den Wald. Leider ist der Pfad hierdurch nicht immer leicht zu finden. Im Zweifel einfach an den Gleisen der Zahnradbahn orientieren. Diese überquert man an einer Stelle auf einem Forstweg. Wir folgten diesem Weg gemütlich hinab steigend Richtung Neuneralm. Als wir diese um zehn nach vier erreichten, nahmen wir auf der Sonnenterrasse Platz und bestellten eine kühle Maß Bier. Wir ließen die Tour Revue passieren und begutachteten unseren grandios brennenden Sonnenbrand. Aber das war es natürlich wert.

Schöne Landschaft auf dem Rückweg nach Hammersbach.
Schöne Landschaft auf dem Rückweg nach Hammersbach.

Zurück nach Hammersbach ging es durch den Sagenwald in etwa dreißig Minuten. Die heutige Tour zur Riffelscharte hat sehr viel Spaß gemacht und ich werde die Südliche Riffelspitze mit Sicherheit noch öfter besuchen.

Das Höhenprofil der heutigen Bergtour zur Südlichen Riffelspitze.
Das Höhenprofil der heutigen Bergtour zur Südlichen Riffelspitze.

Diese Wanderkarte sollte mit dabei sein:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.